Level X / Ausgabe 3

Positionen zu Transport, Technologie, Innovation

Ekiben:
der Geschmack des Reisens


Selbst wenn pandemiebedingt in Japan heuer weniger gereist wurde: Zur Zeit der „Golden Week“ im Frühling sind Jahr für Jahr Abertausende Japaner und Japanerinnen in den Hightech-Zügen unterwegs. Sie erfreuen sich dabei nicht nur an der sprichwörtlichen Pünktlichkeit des japanischen Zugverkehrs, viele von Ihnen planen ihre Reise nach den kulinarischen Freuden entlang der Streckenführung: „Bento-hunting“ ist in Japan Nationalsport!

Die kulinarischen Augenweiden haben in Japan Tradition. Bereits im fünften Jahrhundert benutzte man zum Transport von Speisen geflochtene Strohumschläge, Weidenkörbe oder Holzeimer. In der Kamakura-Zeit (1185-1333) führten Reisende gekochten und getrockneten Reis (hoshii) mit sich – ein früher Vorläufer des heutigen Bento (höflich: Oh-Bento). Im Laufe der Jahrhunderte etablierten sich lackierte Holzdosen zur Aufbewahrung, noch heute erinnert die Form der Bentos an diese Tradition. Das erste Ekiben, wörtlich „Bahnhofs-Bento“, wurde der Überlieferung nach am 16. Juli 1885 auf Tôkyô’s Ueno Station verkauft.

Doch was genau ist ein Ekiben?

Man unterscheidet ganz allgemein zwischen den in ganz Japan erhältliche Standard-Ekiben (Makunouchi) und lokalen Spezialitäten. Zu den Standards gehört fast immer eine Kombination aus gedämpftem oder gegrilltem Fisch und einer Reihe von Beilagen wie Tofu, Gemüse und eingelegte Pickles, die alle auf einem Bett aus Reis serviert werden. Allen gemein ist, dass die kunstvoll ausgeführten Boxen unkompliziert in kleinen Läden, am Bahnsteig oder im Zug selbst erstanden werden können. Bei den lokalen Ekiben variiert der Inhalt von Region zu Region, von Station zu Station. Wer die japanische Obsession für Regionalität und Saisonalität kennt, versteht, warum diese Ekiben zum Kult wurden. Sie verkörpern auf ideale Weise die Vielfalt der japanischen Küche. Jede Region hat ihre Spezialitäten, manche Bentos sind nur zu gewissen Jahreszeiten oder an bestimmten Bahnhöfen erhältlich.

1900

Bereits diese Aufnahme um 1900 zeigt die mobile Versorgung von Zugreisenden.

Rustikaler Ekiben Kiosk in der Station Kobuchizawa / Oft bleiben nur wenige Minuten für den Kauf eines Bentos / Auf der Shinkansen Plattform in Kyoto

 

Das wiederum beflügelt die Phantasie der japanischen Reisenden. Manche planen ihre Zwischenhalte sorgfältig, um in den Genuss einer ganz bestimmten Spezialität zu gelangen. Sie nehmen hohe Risiken in Kauf, denn manchmal bleiben nur wenige Minuten während eines Stationsaufenthaltes um das Objekt der Begierde am Bahnsteig zu erstehen. Japanische Züge kennen (nahezu) keine Verspätung, wer es nicht rechtzeitig zurück in den Zug schafft, muss wohl oder übel auf den nächsten Zug warten. Der Genuss beginnt bereits beim Auspacken der Bento-Boxen die für gewöhnlich in phantasievoll bedrucktes Papier verpackt sind. Selbst dieses Packpapier wird von Fans gesammelt. So besitzt der Sammler Uesugi Tsuyoshi über 10.000 Verpackungen, er hat dazu Bücher veröffentlicht. Sein Spezialgebiet sind antike Papiere, das älteste in seiner Sammlung datiert von 1886. Auf den populären Shinkansen High-Speed Verbindungen wiederum kann man Ekiben in Papier- oder Keramikverpackungen in der Stromlinienform dieser Züge erstehen. Kaum verwunderlich, dass es mittlerweile auch Bento-Comic, Magazine und sogar jährliche Bento-Conventions gibt.

Speisewagen

Kulinarische Zugfahrten sind auch hierzulande reizvoll. © NB/Weinfranz

Reisen mit allen Sinnen


Die Landschaft am Zugfenster vorbeiziehen zu sehen und dabei lokale Spezialitäten zu genießen hat schon fast etwas Philosophisches. Man stelle sich vor: phantasievoll zusammengestellte Boxen mit Vorarlberger Bergkäsen, Steirischen Käferbohnen, ein Set von Marillenknödeln aus der Wachau … das alles frisch, saisonal und direkt aus der Region. Reisen durch Österreich hat kulinarisch einiges zu bieten. Oh-Bento!

bentos 1
Qual der Wahl: Die riesige Auswahl wird durch Ausstellen kunstvoller Modelle erleichtert.
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Auch die bunten Verpackungen sind begehrte Sammlerobjekte


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Shokudo Kuishimbos


Jahrelang war das winzige Kuishimbo auf der Wienzeile ein Geheimtipp in der japanischen Community Wiens. Leider war es aber nahezu unmöglich, einen der wenigen Plätze in diesem authentischen Imbiss zu ergattern. Seit 2018 betreibt die Pianistin Hiroko Numata gemeinsam mit ihrem Mann und Sohn nun ein weiteres Lokal im 6. Bezirk, das ebenfalls rasch zum Geheimtipp aufstieg: Herrlich authentische japanische Küche, wie man sie hierzulande selten erhält.

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bentos 1© Shokudo Kuishimbos




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